For Time-Travellers in Search of Fresh Air
| Donna Kukama

Hannover | DE – 2020

For Time-Travellers in Search of Fresh Air | Donna Kukama 

Kuratiert von Marlene Bart & Jean D. Sikiaridis

Eröffnung: 05.09.20, 18:00 – 22:00

Donna Kukama, Chapter Q: Dem Short-Short Falls, 2020

 

In der TURBA Gallery präsentiert Donna Kukama eine Videoinstallation, sowie neue Arbeiten auf Leinwand.

In ihrer künstlerischen interdisziplinären Praxis hinterfragt sie Praktiken der Narration in Bezug auf die Konstruktion von Wertesystemen. In dieser Form der künstlerischen Forschung widersetzt sie sich etablierten Konventionen und nutzt inhaltlich sowohl historische Ereignisse als auch biografisches Material.

 

Ihre aktuelle Arbeit artikuliert sich in Form eines „history books“, welches in seinen verschiedenen Kapiteln von ortsspezifischen öffentlichen Begegnungen erzählt. Diese Struktur versucht nicht die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, sondern Lücken für „Combacks“ innerhalb der Gegenwart zu erzeugen und zu ermöglichen. In der TURBA Gallery zeigt Kukama das „Chapter Q: Dem Short-Short Falls“, welches sich auf den Ort an dem 1992 der Biljmer-Flugzeugabsturz, bekannt als Bijlmerramp bezieht. Der Absturz dieses Frachtflugzeugs, welches auf dem Weg von den USA nach Israel (dem besetzten Palästina) war, betraf eine in Amsterdam lebende Gemeinschaft ausländischer Staatsangehöriger, die hauptsächlich aus Surinam, einer ehemaligen niederländischen Kolonie, stammten.

 

In Anlehnung an den 1994 von Nelson Mandela verfassten Buchtitel “The Long Walk to Freedom” ist “Dem Short-Short-Falls” ein ‘Question-Chapter’. Der Ort der Inszenierung beinhaltet zwei bedeutsame Standorte: die Gedenkstätte für die Opfer von Bijlmerramp von 1992 und den Park Bijlmermeer, der 2014 in Nelson-Mandela-Park umbenannt wurde. Die Performance und die daraus resultierende zweikanalige Videoinstallation verweist auf das nicht aufgezeichnete traumatische Erlebnis und den Verlust am Aufprallpunkt des Absturzes und zeichnet gleichzeitig „Ausrutscher“ physisch nach. Betont werden durch diesen Akt die Lücken, in denen die Ideale der “Freiheit” und einer “postkolonialen Gesellschaft” weiterhin im Dunkeln bleiben.

 

Kukamas Arbeiten auf Leinwand enthalten oft Elemente wie Zaubersprüche, Lieder, Sternenstaub, Sonnenschein, Träume, Mondlicht, um in Kombination mit dem Medium Text eine „Alchemie der Erzählung“ zu schaffen, die das Unsichtbare in ihrem Werk “gegenwärtig” macht. Sie macht Beziehungsgefüge sichtbar, in denen Erinnerung (Vergangenheit) und Imagination (Zukunft) durch (un)erkennbare Gesten und Poesie miteinander verwoben sind und ein Portal zu den vielen Zeitlinien bilden, durch die die Künstlerin reist. Das Material, der Titel, der Prozess, die Ästhetik und das Timing des Werkes sind oft miteinander untrennbar verflochten und stellen einen weiteren Aspekt von Kukamas fortwährender Gleichsetzung mit Prozessen des Geschichtsschreibens dar. 

 

Donna Kukama hat in zahlreichen internationalen Institutionen und Museen ausgestellt und Performances präsentiert, darunter das Nottingham Contemporary in Nottingham, die Kunsthal KaDe in Amersfoort, Padiglione de’Arte Contemporanea Milano in Mailand, die South African National Gallery in Kapstadt, das Museum of Modern Art in Antwerpen, die Tate Modern in London, die nGbK in Berlin und das New Museum in New York. Belgrad Biennale, der 12. Biennale von Lyon, der 6. Moskauer Biennale für zeitgenössische Kunst, der 32. Biennale von São Paulo, der 8. Berlin Biennale (als KHR), dem öffentlichen Programm der 10. Berlin Biennale und dem südafrikanischen Pavillon auf der 55. Biennale von Venedig teilgenommen. Kukama erhielt 2014 den Standard Bank Young Artist Award for Performance Art und wurde 2011 für den MTN New Contemporaries Award (2010) und den Visible Award (als NON NON Collective) nominiert. Derzeit lehrt sie an der Wits School of Arts in Johannesburg, SA, und ist derzeit Gastprofessorin an der HBK Braunschweig in Deutschland (2019-2020).

 

Gefördert aus Mitteln der Atelier- und Projektraumförderung des Kulturbüros der Landeshauptstadt Hannover. Die Atelier- und Projektraumförderung wird gefördert durch die STIFTUNG Sparda-Bank Hannover und der Dr. Christiane Hackerodt Kunst- und Kulturstiftung.

 

           

 

 

 

 

 

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